Tag 1 und 2

Hallo Ihr Lieben,
gestern waren wir einfach zu geschafft, um noch etwas zu schreiben. Aber dafür heute für 2 Tage.
Der Start in Björlanda Kile war nicht ganz so einfach, lässt sich doch ein so großes Schiff nicht so einfach manövrieren wie ein kleines Motorboot … und so hatten wir ganz schöne Probleme aus der Box zu kommen (ein bisschen sind wir angeditscht – aber nicht weiter erzählen). Dann raus in die Ostsee mit so vielen Steinen und Schären, die da aus dem Wasser ragen. Viel navigieren war da angesagt und vorbei ging es erst unter Motor bis Björko, dann wurden die Segel gehisst. Tolles Wetter – Sonnenschein nur der Wind wollte nicht aus der Richtung kommen, wie er eigentlich laut Wetterbericht sollte. Tolle Landschaft, eigentlich viel zu schade, dass wir uns schon auf den Weg nach Süden machen müssen – aber die Zeit drängt (Urlaub befristet und Till kommt aus dem Englandurlaub am Freitag, 05.06. zurück und da sollten wir halt zu Hause sein. Naja, es gibt noch eine Notlösung, falls wir es nicht schaffen – aber wir haben ZIELE!!!!)
Naja, lange Rede kurzer Sinn: Der 1. Tag war echt heftig, noch sind Marc und ich nicht eingespielt und überhaupt für mich ist das Segeln absolutes Neuland und nach 6 Stunden auf dem Neckar mit einer kleinen Jolle ist das hier schon etwas ganz anderes! Erschwerend kommt für mich hinzu, dass Marc da vorne immer rumturnt und ich ganz schön Angst habe, durch meine Manöver ihn mal kurzerhand über Bord zu kicken. Gott sei Dank pickt Marc sich immer ein und ist wirklich sehr sorgsam mit der Sicherheit.
Also in aller Kürze zum ersten Tag: erst Motor, dann unter Segeln, Wind drehend und dann nicht so wie vorhergesagt, dann extra Schleifen auf dem Wasser gedreht, weil Anja noch überfordert, dann Wellen die meinten sie müssten sich auf 1,5 Meter aufbauen – eine totale Schaukelei und das sind jetzt die tollen Erlebnisse eines Seglers?! Man kommt schon ins Grübeln, ob diese Investition die Klügste war. Vor allem, weil alle ein wenig Seekrank wurden. Ganz doll hatte es den Piet erwischt – er hat dann auch nach 7 Stunden die Fische gefüttert. Bei Marc war es nur ein kurzer Augenblick, bei mir ging es schon über 30 Minuten. Aber die netten kleinen Tabletten halfen.
Wetter wurde schlechter, Wind war gegen uns und dann um Engelsmannsbanke kriegt man schon Manschetten …. Untiefen, die einen nicht aus dem Haarsträuben herauskommen lassen. Aber auch das haben wir wieder toll gemeistert und sind dann noch in den Hafen von Laesö (Osterby Havn) eingelaufen und hatten einen ganzen Steg für uns alleine, aber auch das half mal wieder nix beim Hafenmanöver. Wir üben halt noch – und Gott sei Dank hat irgendjemand Schlaues Fender entwickelt: DANKE!!!
Jette macht das echt toll mit. Sie ist doch ein Seehund.
Völlig geschafft sind wir – nachdem wir „Klar Schiff gemacht“ hatten und ein wenig gegessen hatten – tot ins Bett gefallen. Es reichte nicht mal mehr dazu, dass Logbuch zu füllen.
Laesö ist echt eine Reise wert, das stellten wir am nächsten Morgen fest. Tolle Anlage, schöner Hafen, frische Brötchen und nette Leute. Die sanitären Anlagen sind ein Traum – Fußbodenheizung bis in Dusche. Total sauber und Duschen mit richtig heißem Wasser ist einfach geil!

Piet hatte mittlerweile die Nase voll vom Segeln und so mussten wir schon mit Engelszungen reden, ihn nicht ins Flugzeug steigen zu lassen, um nach Deutschland zu fliegen. Unabhängig davon, dass von Laesö kein Flugzeug geht, hätten wir ihn ja auch nicht weggelassen.

Neuer Tag – neues Glück! Und so war es auch! Unser 20. Hochzeitstag begann mit blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein, angenehmen Temperaturen. Wieder um 10.00 Uhr hieß es „Leinen klar“ und raus aus dem Hafen von Laesö – auch hier war die Herausforderung das Hafenmanöver. Der Wind drückte uns gegen den Steg und weder Back- noch Steuerbord rückwärts schafften uns frei zu kriegen. Es wurde wieder eng – danke den Feder-Erfindern. So blieb die Bellis unbeschadet. Auch Laesö ist extrem mit Untiefen umgeben, Stellnetze und Wellen von vorne! Sollte es so weitergehen, wie es am Vorabend geendet hat?!?
NEIN!!! Zwar sind wir die Insel unter Motor umfahren, aber dann – nach ca. 3 Stunden wurden die Segel gesetzt und Marc und ich finden auch beim Segeln gute Balance. Die Manöver klappen reibungsloser und so langsam habe ich eine Idee davon, was mein Job ist ;o))).Und dann war es einfach nur toll – Westwind brachte uns bei bis zu 7,4 Knoten extrem schnell voran. So kamen wir in der Fahrrinne von Hals an der dänischen Ostseeküste 1,5 Stunden früher an, als geplant. Allerdings war die Fahrrinne der absolute Hit und wieder einmal bekamen wir den Wind und die Wellen von vorne. Marc bekam dabei ganz schön Wasser ins Gesicht. Im übrigen ist diese Einfahrt nicht vergnügungssteuerpflichtig. Die Fahrrinne ist in Ordnung, aber rechts und links davon sind tw. nur 60 cm Tiefe – die Sandbänke und alte Wracks schauen aus dem Wasser raus – ganz schön ermutigend für eine so blutjunge Segelcrew. Aber auch das haben wir wieder geschafft. Und dann kam – Ihr ahnt es schon – richtig: das Hafenmanöver.
Wer erlaubt eigentlich so kleine Boxen??? Da steht im Hafenhandbuch extra für große Yachten! Ja, denken denn die Dänen so klein? Wir sind doch gar nicht so groß, aber die Box war echt klein und eng. Also nach einem wunderschönen Segeltag und drei glücklichen Seglern, war dies wieder die absolute Herausforderung – aber wir werden besser.
Hals ist ein wunderschöner Hafen – total süßer Ort mit tollen dänischen Häusern. Zur Feier des Tages sind wir hier noch toll essen gegangen und so kommt es, dass ich jetzt hier sitze und Euch schreibe: von diesem tollen Tag!
„Danke“ dafür.
Müde, aber glücklich gehen wir gleich in die Koje. Der Wind briest auf und für morgen ist schlechteres Wetter angesagt, so dass wir darauf eingestellt sind einen Ruhetag einzulegen. Dafür hätten wir es viel schlechter treffen können als hier in Hals.
Also seid alle lieb gegrüßt und drückt uns weiter die Daumen!
Marc, Piet, Jette und Anja

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