Tag 10

Das Wetter passte und so machten wir uns auf eine Sightseeing-Tour durch Südjütland. Gestartet in Assens (gesegelt), ab in den Als-Fjörd – auch noch gesegelt und rechts und links die wunderschönen Grundstücke und Häuser bewundert. Hier könnte man es gut aushalten.
Von da aus ab in den Als-Sund … hier war dann nix mehr mit Segeln. Zumindest zu schmal für uns – es schlängelt sich Backbord- und Steuerbordtonne verhältnismäßig eng durch den Sund, rechts und links ziemlich schnell, ziemlich flaches Wasser. Also sind wir mal wieder gemotort. Allerdings bei wunderschönem Wetter und mal nicht gegen die Wellen und den Wind – ganz ungewohntes Gefühl!
Jetzt kommt noch die Klappbrücke bei Sonderborg – das ist unsere Variable in der Routenplanung. Wo können wir wie anlegen, um die Zeit abzuwarten, bis der Brückenwärter bereit ist und ein Einsehen mit den wartenden Segelfahrzeugen hat. Wir kommen Richtung Brücke, hatten vorher alles für ein Anlegemanöver an Steuerbord vorbereitet …. und was sehen wir?!?
Im Kreis tanzende Segelschiffe vor der Klappbrücke – so ca. 4-5 Segelyachten und kein Steg zum Anlegen. Also blieb nur die Frage, wann öffnet sich diese Brücke? Laut Hafenhandbuch vom NV-Verlag gibt es eine Anzeige, die die Öffnung ankündigt. Anja das Fernglas in die Hand genommen und gesucht, gesucht, gesucht und da … gefunden. Um 16.00 Uhr sollte die Klappbrücke öffnen. Heeee, es ist doch schon 16.15 Uhr – keine deutsche Pünktlichkeit. Dann begannen Lichter zu blinken, sie zeigen an, dass die Durchfahrung vorbereitet wird … und da, die Brücke beginnt sich zu öffnen. Und ganz gesittet und geordnet in der Reihenfolge der Ankunft fuhren wir alle hindurch. Rechts und links sehen wir eine uralte, wunderschöne Stadt Sonderborg liegen. Hier müssen wir noch mal hin.
Den Als-Sund noch zu Ende motort und dann wieder die Segel gehisst und ab geht es in die Förde … der Heimathafen ruft. Den letzten Rest motoren wir, bei wunderschönem Wetter und ganz vielen Segelyachten in der Flensburger Förde und sehen erstmals unseren Hafen „Marina Minde“ vom Wasser aus. Die Vorbereitung an Bord laufen auf Höchsttouren … Fender liegen zum runterkicken bereit, Fenderleine liegt rechts und links unterhalb der Reling, Leinen vom Heck bis in die Mitte liegen bereit, um über unsere Box-Pfähle festzumachen. Bugleinen vorbereitet und ab geht es in unseren Hafen – Steg „H – Nr. 25“ finden – das ist jetzt die Herausforderung. Über die Web-Cam sah der Hafen gar nicht so besucht aus …. und jetzt liegt hier Yacht an Yacht. Wieder ganz langsam fahren wir in den Hafen ein, orientieren uns, fahren weiter und sehen unseren Steg „H“. Langsam Backbord abbiegen und Nummern zählen 51, 49, …. 37, 35 … „Marc langsam … hier ist die 25 und rum“. Backbordheckleine über den Pfahl geworfen, nach vorne gejumped, Leine in der Hand … ganz langsam nähern wir uns dem Steg. Anja wieder einmal mit Leine in der Hand, auch schon wieder so ein niedriger Steg, runtergehüpft und festgemacht. Ohne irgendwo anzuschlagen liegt unsere Bellis fest in ihrer neuen Heimatbox. Es ist mittlerweile 18.10 Uhr als wir die Bellis Richtung Hafenkontor verlassen … hier ist heute keiner mehr. Zur Feier des Tages gehen wir im „Sole y Mar“ bei uns im Hafen essen. Ein italienisches Restaurant, welches von einem Perser, Hassan, bewirtet wird. Ihn spreche ich dann auch gleich an, ob er eine Taxi-Telefonnummer für uns hat. Aber ab diesem Zeitpunkt brauchen wir uns um nichts mehr zu kümmern. Hassan ruft einen Freund in Flensburg an, der als Taxifahrer arbeitet und schon wird Marc morgen Früh um 06.00 Uhr abgeholt und zum Bahnhof gefahren, wo er dann planmäßig den Zug um 06:58 Uhr nimmt, um unser Auto in Göteborg abzuholen.
So endet nun unser Abenteuer „Überführung der Bellis von Schweden nach Marina Minde“. Vorenthalten möchte ich Euch aber nicht unsere finale Sanitäreinrichungsbewertung: Marine Minde hat mit Abstand die besten sanitären Anlagen, hell, sauber immer mit toller Radiomusik – modern und liebevoll eingerichtet. Piet ist von den Socken – wir auch!!!!
Danke Euch allen, für das Interesse an unserer Bellis und die Überfahrt. Schön, dass Ihr mit uns mitgefiebert habt und teilgenommen habt!
Wir freuen uns auf den Moment, in dem wir Euch persönlich berichten dürfen.
Liebe Grüße
Eure Seeziegen
Jette, Piet, Till, Marc und Anja
23.05. – 05.06.2015

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