Archiv der Kategorie: Eine Schwedin wird Deutsch

Wie wir Bellis gefunden haben und sie uns! Nun gibt es nur noch ein GEMEINSAM.

Alles begann im November 2014. Dazu muss man wissen, dass Marc (Skipper) schon als Kind an der Ostsee gesegelt ist und gesurft hat und vor 22 Jahren seinen einjährigen Grundwehrdienst auf der Gorch Fock mit der Columbus-Tour verbrachte und schon sehr früh die weite, weite Welt auf einem Segelschiff erkunden durfte.
Nach, wie gesagt, 22 Jahren hat sich nun die Stamm-Mannschaft in Herborn ein Stelldichein gegeben und so kam es, dass 74 Seebären sich nach langen Jahren der Abwesenheit freudig in die Arme fielen. Ein bisschen älter, reifer und doch noch immer noch mit der großen Sehnsucht nach dem Meer.
Alles war so auf- und anregend, dass Anja (Co-Skipperin, Smutje, Navi-Tussi, …) keine 3 Tage später nach dem Treffen sämtliche Motorbootsführerschein- und Segelscheinmöglichkeiten in ihrer Büromappe wiederfand, begleitet von einem freudigen Grinsen des Noch-Nicht-Skippers.
So dauerte es auch nur ganze 3 Tage und wir hatten uns in der Yachtschule Otto (Plochingen, bei Stuttgart)) für alle möglichen Führerscheine auf dem Wasser angemeldet. Am 31.01.2015 hatten wir unsere erste Motorbootfahrstunde auf dem Neckar (und das, wo Marc doch immer sagte, dass hier das Wasser aus dem Wasserhahn kommt und er niemals hier einen Führerschein machen wird – wir kommen beide aus Hamburg und da hat man ein anderes Bild von Wasser).
Innerhalb kürzester Zeit waren wir infiziert! So gingen dann auch ganz schnell die Träumerein über ein eigenes Schiff los. War natürlich utopisch und sollte einfach nur eine schöne Phantasiereise im Alltag sein. Ein Klassiker sollte es sein, Langkieler, Navi-Tisch wäre toll, genug Kojen für uns, die Kinder und den Hund, nicht zu klein und nicht zu groß, maximal 3 Meter breit – weiß man doch, dass in den Skandinavischen Hafenboxen es schwierig wird mit mehr als 3 Metern. Und so fanden wir über 3-4 Umwege unser Traumschiff … eine Hallberg-Rassy 31 Monsun … wäre das toll. Naja , ein Traum!
Bestanden waren bis Ostern 2015 dann schon der SFB-Motorbootführerschein und auch Funken in Deutsch (UBI) Englisch (SRC). Und so gönnten wir uns – wie in jedem Jahr zu Ostern – unseren Dänemark-Urlaub in einem Ferienhaus an der Nordsee nahe Ulfborg. Nachdem in Deutschland auf den Internetseiten die angebotenen HR M 31 unseren Geldbeutel sprengten unternahm Anja in Dänemark einen erneuten Versuch in der Hoffnung über einen skandinavischen Browser andere Anbieter zu finden. Unglaublich, da war tatsächlich seit 2 Tagen eine Hallberg-Rassy Monsun 31 in Björlanda Kile (nahe Göteborg) zu verkaufen.
Gesehen, geschrieben und in einer Nacht- und Nebelaktion um 01.00 Uhr nachts auf den Weg von Ulfborg nach Göteborg gemacht und alles am Ostersonntag. Wir kamen um 09:50 Uhr an und waren um 12.00 Uhr stolze Besitzer der Nr. 48 einer HR 31 Monsun und machten uns auf den 750-KM-langen Rückweg zum Ferienhaus – voller Hummeln im Bauch. Für Pfingsten hatten wir die See-Überführung von Göteborg nach Deutschland geplant. Hatten zu diesem Zeitpunkt aber noch gar keinen Heimathafen. Dazu muss man sagen, dass wir auf der Hinfahrt nach Dänemark morgens noch viel Zeit hatten und wir schon mal nach einem eventuell irgendwann mal in frage kommenden Hafen geschaut haben. Wir waren total begeistert von Marina Minde an der Flensburger Förde und uns war augenblicklich klar, wenn wir mal ein Schiff besitzen, dann wird es hier seinen Heimathafen bekommen. Genauso reibungslos lief am Ostermontag die Anfrage bei Marina Minde, ob sie einen Liegeplatz für unsere hübsche Schwedin haben. Keine 24 Stunden später lag uns das Angebot vor und wir haben sofort zugeschlagen. Unglaublich bis heute können wir nicht fassen wie spontan wir doch immer mal wieder sind.
Alles weitere zur Überführung der Bellis haben wir in Mails unseren Daheimgebliebenen geschrieben. Dies findet ihr auch hier in diesem Blog.