Tag 0

Hi Ihr Lieben,
irgendwie hat das mit den Mails nicht so geklappt wie ich gedacht habe. Insofern bekommt Ihr nun heute die beiden Mails, die ich dachte schon verschickt zu haben und den aktuellen Stand von heute.
Habt viel Spaß beim Lesen und Mitfiebern und Mitleiden.

Tag 0

Hi Ihr Lieben,
heute melden wir uns das erste Mal. Seit Freitag sind wir unterwegs. Los ging es um 13.15 Uhr – mit Abgabe von Till bei seinem Freund, die am nächsten Tag per Bus nach Bournemonth (Südengland) ihren eigenen Törn gestartet haben.
Doch nun wieder zu uns. Ohne Stau – man beachte, dass es Freitag vor dem Pfingstwochenende war – selbst 20 KM-Hamburgstau löste sich vor Fracksausen vor den Steinkühlers auf. So kamen wir nach genau 9 Stunden Autofahrt in Padborg (kurz hinter der Deutsch-Dänischen Grenze) im Hostel an, um hier noch eine volle Mütze Schlaf vor dem spannenden letzten Autobahnstück nach Göteborg zu nehmen.
Um 06.00 Uhr am 24.05.2015 beginnt das große Abenteuer „Bellis“. Alles lief reibungslos, bei traumhaften Wetter – Sonnenschein, blauer Himmel und verhältnismäßig wenig Autos. Allerdings hatten wir in Schweden durch Straßenbauarbeiten auf der Autobahn unseren einzigen Stau – 100 KM vor Göteborg.

Um 12.10 Uhr erreichen wir den Yachthafen „Björlanda Kile“, wo die Bellis mit ca. 1399 anderen Schiffen im Hafen liegt. Kurz darauf kamen auch Bengt und Lisa, die ehemaligen Eigner.

Offiziell wurde in den folgenden 3 Stunden die „Bellis“ übergeben und hat finanziell, offiziell einen neuen Eigner – nämlich uns!!! Wurde natürlich mit Sekt begossen (Kessler Rosé) …. lecker – leider nur eine Flasche!

Nach vielen Gespräche, Erklärungen und nettem Palava (englisch, schwedisch, deutsch und undefinierbar), wurde der Proviant und vor allem die extrem sichere Ausrüstung auf die Bellis gebracht, die flugs abends bis ca. 23 Uhr (es war noch taghell) sogar angebaut wurde (neuer Kompass mit Licht und Rettungsinsel für 6 Personen). Hierbei ist zu erwähnen, dass Marc kurz davor war nicht nur das Cuttermesser über Bord gehen zu lassen, sondern auch die „UNIVERSALHALTERUNG von Plastimo“; so ein SCH…. rott. Das Vorhaben „Universalhalterung und Rettungsinsel an der Reling heckseits anzubringen, wurde um 22:50 Uhr vorübergehend beendet – die Nerven lagen blank.

Es folgte eine total erschöpfte, aber sehr entspannte und total selige Nacht. Bellis Kojenlager ist zu empfehlen.

Am nächsten Tag – also heute – wurden die letzten Arbeiten erledigt (auch die Rettungsinsel hängt jetzt, nach vollem körperlichem Einsatz von Marc – Hose über dem Knie gerissen, Fuß in der Ostsee und Anja emotional völlig aufgelöst – sie dachte sie müsste schon jetzt das erste Mal das Bergenetz verwenden).

Um 10.00 Uhr kamen Bengt und Lisa, da es ja noch eine praktische Einweisung in die Bellis geben sollte – sprich raus aus der Box und rein ins Abenteuer weite, weite Ostsee mit extrem vielen kleinen und großen Felsen im Ausgangsbereich des Hafens – grauenhaft (sieht wunderschön aus, aber zum Segeln ….) . Bei 5 Beaufort und ersten Segelreff haben wir richtig Fahrt bekommen – laut Garmin 6,5 – 7 Kn … geil! Selbst Piet, der zu Anfang noch skeptisch und verunsichert war – strahlte über alle 4 Backen. Wieder zurück in der Hafenbox verabschiedeten sich die Alt-Eigner – sie sind einfach toll.

Ab jetzt sind wir auf uns allein gestellt! Heute Abend haben wir noch einmal die Route für morgen gecheckt – Wind ist genial – kommt von West und lässt uns unsere schon vor Wochen geplante Route in die Tat umsetzen.
D. h. morgen Früh geht es auf unsere erste Etappe von Björlanda Kile nach Laesö – sprich wir wechseln innerhalb eines Tages das Land – von Schweden nach Dänemark. Abends haben wir noch mal die Route überprüft und schon einmal die rechtweisenden Kurse an den markanten Punkten festgelegt. DANKE THOMAS für die tolle Ausbildung – morgen werden wir in der Praxis sehen, ob es was taugt ;o).

Eines noch in eigene Sache: Die Deutschen sind echt „Ge-DIN-normt“ – die Schweden lachen sich über unseren Ordnungssinn, Sicherheitsdenken und alle Vorschriften, die wir in Deutschland im Zusammenhang mit dem Segeln haben tot. Nevertheless … uns gibt es Sicherheit. Bengt hatte noch ein neues Funkgerät besorgt – allerdings ohne Zulassung, so ist das halt hier in Schweden. Dieses haben wir dann dankend angenommen und gleich mal unseres eingebaut (mit GPS, ATIS, AIS … für Binnen und See geeignet – seit der Ausbildung bei Thomas wissen wir ja, worauf es ankommt!!!!)
Marc ist doch ein Technikgenie – Funkgerät leuchtet, sendet und hat auf Kanal 16 die erste Wetterwarnung in englisch gemeldet – booooaaahhhhhh!

Piet meistert seinen Job als Leichtmatrose hervorragend – Jette fühlt sich in der Plicht wie zu Hause – besser als jedes Körbchen. Absolut begeistert ist sie, seitdem sie die Ostsee in vollen Zügen heute genießen konnte … und schwimmen, schwimmen, schwimmen.

Drückt uns für morgen die Daumen – wir melden uns wieder!
Liebe Grüße
Marc (Skipper), Anja (Co-Skipper, die sich doch mehr auf „oh Captain mein Captain“ verlässt), Piet (Leichtmatrose mit extremen Hang zur Elektronik) und Jette, die immer darauf warten, dass es etwas zu fressen gibt (Seeluft macht hungrig

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